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Peter Elsner : : : : : Frage und Antwort

 

Wenn dich jemand, der deine Bilder nicht kennt, fragt, was du malst, was würdest du antworten?

Dass er, um sich wirklich eine Vorstellung davon machen zu können, die Bilder angucken muss. Ich könnte nur eine unzulängliche Beschreibung bieten: ich male sehr bunt und mein Thema sind Menschen. Darunter kann man sich alles mögliche vorstellen. Da hilft nur ansehen.

Du sagst, dein Thema sind Menschen. Warum nennst du sie MENSCHchEN?

Vor meiner ersten Ausstellung fragte mich die Galeristin: "Was soll ich denn auf der Vernissage über deine Männchen sagen?" Meine Antwort war, dass ich nicht nur Männer male, sondern bestimmt genauso viele Frauen ... und da wäre der Begriff "MENSCHchEN" eigentlich passender. Dabei ist es dann geblieben.

Du sprichst von Männern und Frauen, wenn du den Begriff MENSCHchEN erklärst. Warum nicht von Jungen und Mädchen?

Weil es für mich keine Kinder sind.

Für dich nicht, aber für andere schon?

Genau. Dabei waren am Anfang Personen aus meinem Freundes- und Bekanntenkreises Vorbilder oder, wenn man so will, Modell für die MENSCHchEN. Bis auf Elena, die tatsächlich ein Kind ist, waren das aber alles Erwachsene. Irgendwann haben die MENSCHchEN aber eine Eigendynamik und ein Eigenleben entwickelt. Manche Figuren haben andere Figuren von den Bildern verdrängt und neue geschaffen. Tatsächlich sagen mir andere immer wieder, dass Sie die MENSCHchEN als Kinder sehen. Anfangs konnte ich das nicht verstehen. Mittlerweile kann ich diese Assoziation aber bis zu einem gewissen Grad nachvollziehen. Ich male Menschen in sehr vereinfachter Darstellung, fast wie Strichmännchen. Allein das erinnert manchen möglicherweise schon an Kinderzeichnungen. Dazu kommen noch die typischen Proportionen der Figuren: großer Kopf, kleiner Körper. Und dann lachen die MENSCHchEN auch noch.

Warum lachen alle MENSCHchEN auf deinen Bildern?

Wahrscheinlich weil sie Lust dazu haben. Doch Spass beiseite: Tun sie das denn alle? Ich glaube, man muss meine Bilder nur lange genug betrachten, dann sieht man viele Stimmungen. Mir hat auch mal jemand gesagt, die MENSCHchEN erinnern ihn an einen Satz, den er mal über Clowns gehört habe: "die Lustigsten sind gleichzeitig oft auch die Traurigsten oder Nachdenklichsten." Als ich das gehört habe, dachte ich, dass es mir manchmal so vorkommt, als ob einige meiner Figuren ein bisschen gequält lächeln oder nur gute Miene zum bösen Spiel machen. Bei vielen Bildern, in denen ich Text verwende, finde ich oft, dass die MENSCHchEN überhaupt keinen Grund haben zu lachen. Vielleicht stehen sie auch über den Dingen.

Da du gerade deine Bilder mit Text erwähnst. In einigen dieser Bilder taucht immer wieder der Name Art(h)ur auf. Wer ist Art(h)ur?

Art(h)ur habe ich bei einem Internetchat kennengelernt. Wir haben über alles mögliche gechattet und das Leben insbesondere. Später fing Art(h)ur an, unseren Gedankenausstausch in Worte zu fassen und textlich umzusetzen und hat mir die Ergebnisse gemailt. Irgendwann kamen wir dann auf die Idee, Texte oder Textfragmente in meinen Bildern zu verwenden. Zum Dank oder auch zur Anerkennung verewige ich dann Art(h)ur auf den Bildern.

Stammen alle Texte auf deinen Bildern von Art(h)ur?

Zuerst dachte ich selbst, dass es vor dieser Kooperation mit Art(h)ur keine Bilder von mir mit Text gab. bis mir dann beim Durchsehen meiner Mappe auffiel, dass ich schon vor zwei, drei Jahren mit Text als Element in den Bildern gearbeitet hatte. Das kommt davon, wenn man die meisten Bilder die meiste Zeit nicht sieht, weil sie entweder in Ausstellungen hängen oder verpackt im Lager stehen. Was ich aber festgestellt habe ist, dass ich seit der Zusammenarbeit mit Art(h)ur auch selbst mehr von dem, was ich denke, in Worte fasse und zu Bild bringe.

Kann man das Verwenden von Texten in deinen Bildern so verstehen, dass du damit gleichzeitig Interpretationen für sie anbieten willst?

Um Himmels willen, nein. ich kann und will meine Bilder nicht interpretieren. Jeder kann in ihnen sehen, was er will oder eben auch nicht. Interpretationen für meine Bilder anzubieten ist nicht meine Aufgabe. Ich male sie ja schon. Wenn ein Bild fertig ist, ist der Betrachter gefordert, herauszufinden, was ein Bild für ihn selbst bedeutet. Für mich entsteht Kunst erst im Zusammenspiel mit dem Betrachter. Ich sammle danach die Eindrücke.

und die wären?

Auf einer Vernissage kam ein Frau auf mich zu und sagte: "Das ist eine Provokation, wirklich eine Provokation. Aber eine positive Provokation!" Diese Sichtweise gefällt mir. "Positiv" ist ein Wort, dass immer wieder in den Reaktionen auf meine Bilder vorkommt.

.... (to be continued)
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